Märchenstunde

Es war einmal eine Person, die hatte die Idee, daß Langendreer eine schöne neue Straßenbahn erhalten solle. Wer das war, konnten die Menschen in Langendreer nicht feststellen. 

Die Idee der Straßenbahn gelangte aber in die Hände oder den Kopf eines oder mehrerer Strippenzieher, die diese dem Rat verkündeten. Diese Idee muss so gut gewesen sein, daß die Räte und die Parteien voll in Jubel verfielen und sich mit der Verwaltung sofort daran machten, eine Straßenbahn zu planen und die Vorraussetzungen zu schaffen. Und die Schäfchen, die sich inmitten der Wölfe befanden, trauten sich auch nicht zu hinterfragen, selbst mit flauem Gefühl in der Magengegend.

Eine Firma wurde beauftragt, einen Kosten-Nutzen-Faktor zu kreieren, der all das Gute im Inhalt haben sollte oder mußte, um die Geschichte weiter zu treiben. So kam dann eine Zahl heraus von 1,67 - also mit dem Einsatz von 1,00 Euro über 1,67 Euro Gewinn erzielen.

Zwischenzeitlich klopften sich die Lokalpolitiker gegenseitig auf die Schulter für eine Idee, die sie sich zu eigen gemacht hatten und für bestens geeignet hielten, mit ein paar Euros in der Größenordnung von ungefähr 25.000.000 Euro eine Luxusbahn quasi als Schnäppchen zu ergattern. In wenigen Minuten sollte die Bahn die Langendreerer nach Bochum befördern - oder die Wittener Menschen zum einkaufen nach Langendreer. Auf einem eigenen Gleiskörper sollte die Bahn fahren, damit dieser keine anderen Fahrzeuge in die Quere kommen könnten - wie bei den Zügen und zum S-Bahnhof solle die Straßenbahn gebaut werden. Die Ideen waren schon spannend, zumal bereits 100 Jahre zuvor Straßenbahnen komplett durch Langendreer fuhren und auch nach Bochum und Witten. Doch die Langendreerer wollten auf Teufel komm raus nicht so oft mit der Tram fahren, wie es die bogestralichen Herrschaften hätten gerne gesehen. So kam es, daß der Straßenbahnbetrieb bis auf die 310 komplett eingestellt wurde. Ein neuerlicher Versuch der Obrigkeiten der Bogestra, die zum größten Teil auch Räte waren, war ein trauriger Versuch mit einem Schnellbus. Schnell war er der Bus - schnell wieder weg- weil - er lohnte sich nicht...

Aber nun soll alles besser werden sagten die Räte und fingen an, an den Rädchen der Politik zu drehen - diese sozusagen in Bewegung zu setzen. Vor den Karren wurden etliche Abteilungen der Stadtverwaltung gespannt - immer mit der Peitsche des Kosten-Nutzen-Faktors 1,67. 

Diese 1,67 war so genehm, daß die Straßenbahnidee auf einer Vorrangliste im Lande auftauchte, die sich Prioritätenliste nennt, und dort ziemlich weit vorne lag.

Und dann kam es, wie es kommen mußte, ein unbedachtes Wort vor dem einfachen Volke, das auch noch betroffen war, und die Marionetten der Strippenzieher mussten hinter dem Busch hervorkommen.

Der Unmut war so groß im Stadtteil, daß sich schnell eine Gruppe bildete, die möglichst viel in Erfahrung bringen wollte. Und es kam einiges zusammen. Doch aus dem Moloch Bimmelbahnbau waren bereits Tentakel gewachsen, die selbstständig und zum Teil Mangels Kenntnisse, unabsichtlich dem Moloch dienlich waren.

So nach und nach fanden immer mehr Leute zusammen, denen es nicht gefiel, daß eine Bimmelbahn ihren Ort durchschneiden solle. Die Interessengemeinschaft war ins Leben gerufen. Doch die Stadtwölfe fletschten bereits ihre Zähne und sponnen derweil ein Netz von Verwirrungen.

Und die Einwohner des Ortes trafen sich, um ihre Meinungen und Befürchtungen kundzutun, diese auch aufzuschreiben und den Obrigkeiten zu Kenntnis zu bringen.

Irgendwann wurde dann auch vom Moloch verkündet, daß die Kosten bei über 30.000.000 liegen - der Kosten-Nutzenfaktor aber blieb auf der Prioritätenliste festgeschrieben, als wenn er angeklebt worden wäre. Und die Schäfchen dachten allesamt:” oh wie schön, wenig Geld ausgeben und viel bekommen - und wenn der Faktor schon so hoch ist, muss das alles rechtens sein...” Der Glaube an eine gute Seite des Molochs überwog jegliche Befürchtungen, so daß sich die Tentakel vorrausschauend - strategisch und ungehindert, in alle Bereiche ausbreiten konnten. Jeder dieser Tentakel erfüllte seinen Zweck. Der eine nannte Zahlen angeblicher Beförderungsleistungen, der andere zeigte Vorteile auf, die anderenorts nur Leerstände schafften und wieder andere versuchten den Menschen einzutrichtern, wie oft diese riesige Elektrokutsche auf Schienen fahren würde, so daß keiner lange warten müsse.

Nun begehrte das Ortsvolk auf, denn es wollte keine riesige elektrische pferdelose Kutsche auf ihren Schienen in der Straße haben. Wenn dann solle diese auf ihrem eigenen Wege fahren, der sich eigener Gleiskörper nennt. Wie verwirrend wird das werden, wenn jemals diese elektrisch Angetriebene auf den Wegen der Motorkutschen fahren würde.

Das Volk trug den Obrigkeiten nun auch die Idee zu, einen großen Tunnel zu bauen, in dem diese Elektrische fahren könne. Denn wenn dieselbige so großen Zuspruch fände, wie die guten Achter es weissagten, würde sich der Bau lohnen.

Das Volk in Langendreer sprach:” Wir wollen weder verunfallen, noch im Automobilen Verkehr behindert werden, noch als zu Fuß Gehende eingeschränkt, noch mit dem Rad behindert werden. Und wenn die Elektrische doch gebaut werden solle, möge diese ihren eigenen Fahrkörper bekommen”.

Der Aufschrei der Tentakel war gewaltig und die Entrüstung groß, so doch das Land und der Tentakel VRR gewaltige Mengen Geld dazutun werden, weil der “Faktor” so gut sei. Und wenn das Geld für einen eigenen Gleiskörper so schön zum sprudeln gebracht werden kann, nehme man es gerne mit.

Und so trieb der Moloch seine Unwesensplanung weiter.

Eines Tages verkündeten die Tentakel, es werde zu einer Aussprache kommen und sie beriefen daß Volk von Langendreer ein, sich anzuhören und zu schaun die tollen Pläne, auf daß niemand etwas dagegen habe. Doch es hatten fast alle etwas dagegen zu sagen. Aber es gab auch welche die waren entzückt der Reden - bloß - sie kamen aus entlegenen Regionen und kannten sich nicht aus im Orte. Und jeder aus Langendreer dachte an bezahlte Heuchler. Und dann wurde das Märchen einer tollen Straßenbahn erzählt von den Tentakelvertrauten. Und sie logen ohne rot zu werden. Wie groß diese Lügen waren, stellte sich aber erst viel später heraus. Im Chor sangen die Tentakelleute Lieder von großen Einnahmen für die Geschäfte, sie malten Luftschlösser in Anbetracht von Menschenströmen, die kommen sollten, sie versprachen den Himmel auf Erden - aber nur wenn diese Elektrische kommen sollte. Der Bäcker würde mehr Brötchen backen müssen, der Händler mehr Waren - und überhaupt - es werde eine heile Welt geschaffen.... Als aber im Saale Zweifel aufkam, ward ein Filter zu hören, der den Händlern, Heilkundigen und Handwerkern in dem Sinne verkündete:” wenn eure Geschäfte nur wegen ein bisschen bauen vor der Tür zugrunde gehen, dann habet ihr so oder so keine Ahnung, und es werden sich andre finden, denen es gut gehe... - auch denen, die um ihre ruhigen Straßen fürchteten, traten die Tentakel entgegen- dem wäre nicht so, denn wo sowieso nicht gebaut werden würde, gäbe es auch keine Probleme. Und dann waren da noch die Zweifler, die schlechte Zeiten in der Umgebung der Baustelle vorhersahen, auf die aber beruhigend eingeredet wurde - klitzekleine Störungen kämen zwar vor, seinem aber nicht von langer Dauer - und überhaupt - ihr machet euch alle Sorgen, wo keine zu befürchten sind - es werde alles schön, problemlos und einfach vonstatten gehen.

Eine Weile trat darauf wieder etwas Ruhe ein in den beschaulichen Stadtteil. Die Menschen waren erzürnt und entsetzt.

Und wieder wurde “gut geachtet” zum Wohle der Elektrischen. Diese Elektrisch-Gut-Achter stellten Haus für Haus fest, wie und wo die Elektrische zu hören sein wird, das sogar da, wo ein Haus Jahre zuvor weggemacht worden war.

Man munkelte nun von ein wenig mehr Geld, das gebraucht würde - immerhin über 36000000 Taler ... nun sind es schon über 60 Millionen die zugegeben wurden - und ein Ende nicht in Sicht

Dafür gibt es die Moral von der Geschicht, die Versprecher glaubt man nicht

 

 

Hier mal eine Haltestelle in der Hauptstrasse, an der Schule

zu beachten wären einige Grundlagen über Wegbreiten. Wer sich informieren möchte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gehweg

 

 

Und hier nun die Realität:

Wegbreite-Fußgänger-Radfahrer

In den vorgebrachten Beschwerden wurden genau solche Situationen moniert. Aber beim RP, der Stadt und der Bogestra fallen Radwegebreiten und Fußgängerwege etwas anders aus, als Vorschriften und Normen verlangen - oder deren Metermaße sind stark geschrumpft.

Falls es jemanden Interessieren sollte - Fußgänger im Gegenverkehr haben es hier schwer, gerade zum Schulbeginn oder Schulende. Rollatorfahrer müssen sich über die Vorfahrt einigen, Kinderwagen haben es auch schwerer bei Entgegenkommenden und Radfahrer ? Radfahrer können ja zur Not absteigen oder direkt Kontakt mit der Straßenbahn bekommen, sollten sie auf die Idee kommen, die Straße nutzen zu wollen.

Selbst Bobby Cars oder Puky Cars im Gegenverkehr können hier Probleme bekommen.

Und da die Schienen noch nicht überall liegen, kann es an den anderen Stellen nur noch schlimmer werden, wie z.B. Hauptstraße Richtung S-Bahn.

 

 

 

 

 

 

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