Logisch betrachtet

Die banale Erklärung, daß einzig die Verlegung der Straßenbahnlinie von der Baroper - auf die Unterstraße gewinnbringend sei, klingt schon sehr interessant. Die Befürworter dieser Verlegung scheuten sich hier noch nicht einmal, Vergleiche mit anderen Bahnlinien aus den Megazentren der Welt anzustellen. So wurde z.B. von einem angeblichen “Verkehrsexperten” die Linie 310 mit dem New Yorker Schienennetz verglichen; wenn sie, die Linie 310 verlegt werden würde, auch Gewinne einfahren würde, und das Fahrgastaufkommen auch extrem in die Höhe schnellen würde usw.

Aber das wahre Unverständnis ist darin zu sehen, daß von der Sonnenleithe und den Siedlungen Papenholz, Kalte Hardt und Neggenborn genau diese Straßenbahnverbindung weggenommen und durch Busse ersetzt werden soll. Auf der anderen Seite aber auf der Unterstraße Busse nicht lohnenswert sein sollen. Begründet wird das ganze mit ebenfalls nicht nachvollziehbaren Zahlen bzw. Personenangaben aus dem Zielkorridor (Unter- und Hauptstr.) ohne Vergleichsangaben herauszugeben. Die IG vermutet, daß im Bereich um die Baroper Straße herum mehr Personen wohnen als im Planungsverlauf.

Die Logik der Planer und Befürworter liegt auch darin, daß sie fast nur über die Beförderungskapazität reden, nicht aber darüber wie sie die Plätze vollbekommen wollen. Deshalb ist hier der Vergleich mit einer Großküche sehr passend. Im Verhältnis betrachtet: Vor ein paar Jahren wurde der Schnellbus nach Bochum eingestellt. Oft fuhren nur ein bis fünf Personen in diesem Bus und er ist vergleichbar in der Größe mit einer normalen Küche. Und jetzt soll eine Straßenbahn auf genau dieser Strecke fahren. Das wäre dann eine Großküche mit einer riesigen Kapazität. Und was nützt diese riesige Küche, wenn dann noch immer nur ein bis fünf Personen zum essen kommen ?

Verwirrend ist das Zugeständnis, daß noch keine Verträge bezüglich der Taktzeiten, mit der Nachbarstadt Witten vorliegen. Sollten hier etwa Prognosen und Gutachten erstellt worden sein auf der Basis von reinem Wunschdenken? Die genannten und uns Bürgern vorgetragenen Taktzeiten liegen immerhin bei 10 Minuten. Sollten diese nicht eingehalten werden, weil hier eine Stadt nicht mitspielt, wäre die ganze schöne Kalkulation bzw. das Gutachten schon aus diesem Grund hinfällig. Aber diese Zahlenwerke wurden bereits dem Verkehrsminister vorgelegt, der auf dieser Basis eine Entscheidung traf. Die Linie 310 bleibt in der Prioritätenliste weil sie einen besonders gutes “Kosten - Nutzen - Verhältnis” aufweist. Kein Wunder bei der bogestralisch planerischen ZahlenumdieOhrenhauerei

 

Und dann bleibt immer noch eine Frage offen in Sachen eigener Gleiskörper:

Warum soll die Linie 310 auf der Baroper Str., die fast durchgehend und unstörend auf eigenem Gleiskörper verläuft aufgegeben werden zugunsten einer Trasse, in der ein eigener Gleiskörper einen verschwindend geringen Anteil ausmacht. Dadurch wird die Bahn entgegen der Aussagen der Planer und Gutachter trotz aller möglichen Beschleunigungsmaßnahmen auf jeden Fall immer wieder ausgebremst werden, was derzeit auf der Baroper nicht möglich ist.

 

 

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