Die Planung

Geplant ist, die Straßenbahn von der Baroper auf die Unterstraße bzw. Hauptstraße zu verlegen. Dazu wollen die Betreiber Fördermittel in Anspruch nehmen.

Ein Hintergrund klingt hierbei etwas dubios. In der Beschlußvorlage der Verwaltung (Stadtamt von 613 9130-171) wird u.a. vorgetragen: “Desweiteren ist der Anteil des - immer weiter ansteigenden - Kfz-Personen- und - Güterverkehrs im Sinne einer ökologischen, sozialorientierten und nachhaltigen Stadt und Raumplanung zu reduzieren”. ... UND DAS IN DER OPEL - STADT BOCHUM. Es wäre kein Wunder, wenn die Opel - Standortfrage auch an der Autofreundlichkeit einer Stadt bemessen wird. Sobald auf der Unterstraße eine größere Baustelle eingerichtet ist, werden die Transport - LKW, die zwischen den Opelwerken hin und her fahren, öfter mal zu spät kommen. Keine rosigen Aussichten für die Opelaner.

Zudem bedeutet das auch, daß die Autofahrer nicht nur immer mehr Steuern zahlen dürfen, theoretisch um die Straßen zu bauen und zu erhalten, nein, gleichzeitig wird der Individualverkehr, zumindest hier in Langendreer sozusagen bekämpft. Und das wiederum in einer Zeit, wo von allen ein höchstes Maß an Flexibilität und Mobilität abverlangt wird.

Somit sollen die betroffenen Straßen mit einer Baumaßnahme belastet werden, die in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. In die ohnehin schon teilweise sehr beengten Straßenverhältnisse sollen nach deren Willen noch Straßenbahnschienen “hineingeplant” werden.

Die Vorträge der Planer zeigen hier selbstverständlich nur die Vorderseite der Medaille - schöne breite Fuß - und Radwege und viel Platz für die Autos. Bei der Kehrseite wird hier gerne schnell weitergeblättert. Dies ist auch aus gutem Grund so, weil gerade diese Straßen nicht überall und gleichmäßig breit sind. Die Platzverhältnisse sind sozusagen an einigen Stellen sehr bescheiden. Und gerade diese Nadelöhre geben der Interessengemeinschaft zu denken.

Selbst wenn die Radwege, wie versprochen, großzügige 1,80 m breit werden, wird es aus technischen Gründen bzw. wegen dem nicht vorhandenen Platz angeblich “kleine” Engpässe geben. An diesen Stellen müßten sich die Radfahrer mit 90 cm Radwegen zufrieden geben. Solche Verengungen verleiten in der Praxis schnell dazu, statt des Radweges doch wieder die Fahrbahn zu nutzen. Dasselbe trifft selbstverständlich auch für die Fußwege zu.

Und dann gibt es da noch eine Tiefgarage an einem Engpaß. Werden hier ein oder mehr Meter für die Straßenbahn beansprucht, können die PKW vermutlich mit einer Seilbahn herausgezogen werden, weil die ohnehin schon steile Rampe noch etwas mehr Steigungswinkel erhalten müßte um die Garage weiter nutzen zu können. Erwähnen sollte man hierzu noch “kleine technische Folgeproblemchen, die an dieser Stelle zu erwarten sind.

Ein paar Treppen sind auch im Weg. Und zwar die Zugangstreppen zu einem Autoteilegeschäft und einem Arzt. Hierzu gab es sogar einmal einen Planer - Kommentar: “Hier können die Zugänge seitlich des Hauses geschaffen werden”. Für denjenigen der die Örtlichkeit nicht kennt, seitlich des Gebäudes befindet sich eine schmale Zufahrt und eine außenliegende Treppe würde eine Befahrung unmöglich machen. Eine nach innen verlegte Treppe bedeutet große Umbaumaßnahmen und Verminderung der Ausstellungs - und Verkaufsräume und das ganze einhergehend mit Umsatzrückgängen und drohenden Arbeitsplatzverlusten.

Ein größeres und komplexeres Thema nimmt die Frage der geplanten Parkplatzsituation in Anspruch. Alle relevanten Möglichkeiten und Aussichten hier aufzuführen macht keinen Sinn, aber Tatsache ist, daß die Planung auf den betroffenen Straßen, trotz anders lautender Aussagen, eine starke Verringerung der Parkmöglichkeiten vorsieht. Sich über ein oder zwei Parkplätze zu streiten wäre auch sehr mühselig. Eine Verringerung bleibt eine Verringerung.

Baustellenzeit ist Insolvenzzeit. Die hiesigen Großbaustellen haben es bereits gezeigt. Die Planung ersieht auf der Unterstraße eine sehr kurze Bauzeit von ca. zwei Jahren.

Daneben werden wahrscheinlich noch die Abwasserkanäle in den Straßen neu verlegt werden müssen, weil solche nicht direkt unter Bahnlinien liegen dürfen. Auch dies bedeutet längere Bauzeiten. Und das ganze natürlich doppelt, weil je ein Kanal links und rechts der Schienen benötigt wird.

Als damals die Pläne der Verlegung der Strassenbahnlinie 310 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden handelte es sich noch um Pläne. Nach der Gründung der Interessengemeinschaft und der vorgetragenen Mängel , bzw. nach den Beschwerden sprachen Bogestra und Planer nur noch von einer “Vorplanung”       Nachdem wir allerdings im April 2006 wieder einmal Pläne sichten konnten und diese im Grunde nicht viel anders aussehen, als die “Vorplanungspläne”, wird eine neuerliche Beschwerde zusammengestellt. Vielleicht spricht man dann in absehbarer Zeit von “ VorVorPlanung und von Vorplanung

Die Befürworter berufen sich noch immer auf die alten Gutachten, mit dem eigenen Gleiskörper und den daraus resultierenden “guten Zahlen”

Die gesetzmässig geforderte “Entzerrung” des Gesamtverkehrs erreicht die Planung dadurch, dass man zukünftig in der Hauptstr. Richtung S- Bahnhof noch nicht einmal mehr halten kann, ganz zu schweigen davon, wenn jemand einen Umzugs - LKW in diesem Bereich benötigt. Dieser würde dann nämlich der Strassenbahn im Weg stehen. Und indem hier keiner mehr halten kann (ruhender Verkehr), sieht Herr Töpfer den Verkehr als planerisch “entzerrt” an.

 

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