Bürgerversammlung

6112(2502)05.12.2006
Bebauungsplan Nr. 849 - Universitätsstraße/Oskar-Hoffmann-Straße -für ein Gebiet südlich der Universitätsstraße/Oskar-Hoffmann-Straße, westlich der Bebauung an der östlichen Kante der Universitätsstraße, nördlich der Verlängerung des Schulze-DelHzsch-Wegs und östlich der westlichen Fahrstreifen der Universitätsstraße (einschließlich)
hier: Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB
Ergebnisprotokoll über die Bürgerversammlung am 14.11.2006 in der Bogestra Hauptverwaltung, Universitätsstraße 58, 44789 Bochum
Beginn:  18.04 Uhr
Ende: 19:40 Uhr
Anwesend: ca. 48 Personen (siehe Anwesenheitsliste)
Leitung: Herr Hermanns, stellvertr. Bezirksvorsteher Bochum-Mitte
Verwaltung: Hn. Otto (StA 61), Fischer (StA 80)
Projektentwickler: Hn. Spangenberg (Architekt), Schneider (Stadtplaner)
 

Herr Hermanns
begrüßt die Bürger, eröffnet die Bürgerversammlung, stellt die Beauftragten des Investors und die Verwaltungsmitarbeiter vor und weist auf die Möglichkeit hin, weitere Anregungen und Stellungnahmen bis zum 24.11.06 bei der Stadtverwaltung einzureichen und sich dort zu informieren.

Herr Otto
erläutert das Bebauungsplanverfahren nach Baugesetzbuch, die Lage des geplanten Hochhauses sowie das bestehende Planungsrecht mit den Darstellungen des Flächennutzungsplans und den Festsetzungen des rechtsgültigen Bebauungsplans Nr. 490. Die Entscheidung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr vom gleichen Tage zugunsten eines zweispurigen Kreisverkehrs an der Kreuzung Universitätsstraße/Oskar-Hoffmann-Straße wird bekanntgegeben.
 

Herr Spangenberg
stellt das Projekt "Exzenterhaus" über dem Hochbunker der Universitätsstraße im Auftrag des Investors, der "exzenterhaus bochum GmbH & Co. KG", vor. Insbesondere erläutert er die Lage des Baukörpers inmitten der Universitätsstraße, die Anbindung mittels U-Bahnanschlusses und Zufahrten zur eigenen Stellplatzanlage von der Universitätsstraße aus, die Höhe des Baukörpers von ca. 80 Metern, die Grundrissorganisation in den drei ovalen mehrgeschossigen Glaskörpern mit innenliegender Erschließung, und das Vermarktungskonzept mit flexiblen Grundrissgrößen.

Herr Bischoff
bestreitet die Notwendigkeit eines Bürogebäudes und fragt nach, wer von der Entwicklung profitiere.
 

Herr Spangenberg
erläutert, dass zum einen die Stadt Bochum profitiere, da eine zukunftsträchtige Entwicklungsachse der Stadt aufgewertet würde und zudem das Grundstück mit seinen Restriktionen veräußert werden könnte und dass zum anderen der Investor ein Interesse daran hat, mit dem Gebäude auch Geld zu verdienen.
 

Herr Vorberg und Herr Kribbeholt
weisen auf die gefährdete Standsicherheit des Gebäudes aufgrund des ehemaligen Sumpfgeländes und der unter dem Gebäude verlaufenden U-Bahn hin.
Herr Spangenberg
erklärt, dass diese Restriktionen schon Thema mehrerer Vorgespräche gewesen seien und
deshalb umfangreiche Gutachten sowohl zum Baugrund als auch zum Schutz der U-
Bahnanlagen schon im Eigeninteresse aber auch auf Initiative der Stadt in Auftrag gegeben
wurden.
 

Frau Kerstein, Herr Bischoff und Herr Casagrande
bemängeln die Entwässerungsleistung der Kanalisation insbesondere an den Kreuzungen der Universitätsstraße mit der Oskar-Hoffmann-Straße und der Brunsteinstraße, die dazu führt, dass die Keller der anliegenden Wohnhäuser bei größeren Regenfällen volllaufen. Die Rohre hätten unzureichende Dimensionen und wären falsch angeschlossen.
 

Herr Otto
erklärt, dass das Bebauungsplanverfahren dazu dient, eventuelle Missstände aufzudecken und Vorschläge zur Beseitigung zu entwickeln. Die Entwässerung wird im Rahmen der Trägerbeteiligung genau geprüft und den Hinweisen der Bürger wird nachgegangen. Im Übrigen wird die Erneuerung der Oskar-Hoffmann-Straße mit eingangs angesprochener Neugestaltung der Kreuzung geplant. Durch die Hochhausplanung ist die Entwässerungssituation allerdings nicht hervorgerufen worden.
 

Herr Bischoff und Herr Jakobowsky
erläutern, dass die Anwohner der Universitätsstraße und der Oskar-Hoffmann-Straße durch Verkehrslärm und die Anwohner in den Nebenstraßen durch Parksuchverkehr der Büronutzungen schon jetzt stark belastet seien. Nach Errichtung der Wohngebäude auf dem ehemaligen Eistreffgelände mit Wegfall einiger Parkplätze wird ein weiterer Verkehrsanstieg und eine Verschlechterung der Parkplatzsituation befürchtet.
 

Herr Otto
erläutert, dass eine Verkehrsuntersuchung für die Universitätsstraße in diesem Abschnitt sowie für die angrenzenden Straßen Bestandteil des Bebauungsplan wird, um die Folgen der Planung abschätzen zu können. Auf die Verkehrsmengen und die daraus resultierenden Schallemissionen hat der gesamte Bestand sowie die Planung Einfluss. Etwaige Belastungen aus der Wohnbebauung am Steinring sind dem Projekt allerdings nicht anzulasten. Ferner sind auch die sehr gute U-Bahnanbindung des Standortes und die Nähe zum Hauptbahnhof zu berücksichtigen.
 

Herr Spangenberg
ergänzt, dass die geplanten 130 Stellplätze schon über das gesetzlich geforderte Maß
hinausgehen, da mit großem Stellplatzangebot die Vermarktungschancen für ein
Bürogebäude steigen. Außerdem müssten auch Besucher direkt an dem geplanten exklusiven Gebäude mit hochwertigen Nutzungen komfortable Stellplätze vorfinden können. Schon deshalb sei ein Parken in der Umgebung auch vom Betreiber abzulehnen.
 

Herr Herrmanns
ergänzt, dass auch von den kommunalpolitischen Gremien langfristige Lösungen zum
fließenden und ruhenden Verkehr eingefordert werden.

Herr Büscher und Herr Vorberg
weisen darauf hin, dass bei dem geplanten Hochhaus die Abstandflächen nach Landesbauordnung nicht gegenüber allen Nachbargebäuden eingehalten werden können. Sie bemängeln die übermäßige Verschattung der Umgebung.
 

Herr Schneider
erläutert, dass die Abstandflächenregelung nach Landesbauordnung eine allgemeine
Regelung darstellt, die im Bebauungsplan viel spezieller ausgestaltet werden kann. Im
Rahmen der Bebauungsplanerarbeitung wird ein Gutachten zur Verschattung der
Umgebungsbebauung auch im Hinblick auf die Unterschreitung der Abstandflächen
angefertigt.
 

Herr Bischoff
stellt nochmals die Notwendigkeit von neuen Büroflächen in Bochum in Frage und fragt nach dem zeitlichen Ablauf des Bebauungsplanverfahrens und der Baumaßnahmen.
 

Herr Fischer
weist auf die Büroflächenerhebung in Bochum hin, die ergeben hat, dass hier die Leerstände vergleichsweise gering sind und insbesondere ein Bedarf an hochwertigen Büroflächen besteht.
 

Herr Spangenberg
ergänzt, dass jeder Investor eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführt und im Eigeninteresse keine unvermietbaren oder unverkäuflichen Objekte baut. Für das Exzenterhaus sei die Prüfung der Vermarktungschancen sehr positiv ausgefallen.
 

Herr Otto
antwortet, dass die frühzeitige Beteiligung der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange im Frühjahr 2007 durchgeführt und danach ein Entwurf des Bebauungsplanes zur Auslegung angefertigt wird, der eventuell kurz vor oder kurz nach den Sommerferien ausgelegt werden kann. Ein Satzungsbeschluss könnte dann Ende 2007 vom Rat gefasst werden. Bei rechtzeitiger Einreichung der Bauantragsunterlagen könnte mit dem Bau Anfang 2008 begonnen werden.

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