Ansichtssache

Mag es für den renommierten Architekten Gerhard Spangenberg ein noch so schönes Projekt sein, für die Anwohner zeichnet sich ein baulicher Alptraum ab. Hier plant ein Architekt kein Gebäude zum Wohle der Menschen, sondern nur architektonische Baukunst ohne Berücksichtigung des Umfeldes. Zur Durchführung , bzw. Umsetzung des Planes wurde die Exzenterhaus Bochum GmbH & Co Kg gegründet. 

Hierfür wurden Ansichten und Animationen gefertigt, die nicht so ganz der Realität entsprechen. Die Betrachter erkannten z.B. einen Sonnenstand im Norden. Vielleicht ein Animationsfehler oder einfach Unkenntnis des genutzten Programmes, das zur Herstellung der Animation diente oder sollte der Schlagschatten einfach nicht auf die Wohngebäude fallen, wer weiß.

Darüber hinaus wird auf der Internetseite der Exzenterhaus Bochum GmbH auf die Geschichte des Bunkers eingegangen und dabei wurden sogar Schlußfolgerungen gezogen, die haaresträubend an der Geschichte vorbei gehen, aber stark defizitäre Wissenslücken aufzeigen. Da Herr Spangenberg , bzw. die Exzenterhaus Bochum GmbH selbst einen Teil der Geschichte darstellen versuchten, wäre es für die Damen und Herren bestimmt interessant, sich zumindest die damaligen architektonischen Kenntnisse mit dem damaligen Stand der Technik anzueignen. Hierzu wäre die Bau-Entwurfslehre von Ernst Neufert (Hochhäuser) aus der Zeit des Krieges sehr empfehlenswert.

Im Rathaus und in der Verwaltung wird dieser Hochbau nach derzeitigem Kenntnisstand sehr wohlwollend und unkritisch aufgenommen. Wurden wieder einmal die Bürger vor lauter Euphorie vergessen ?

Zerstörtes Denkmal
Stand Okt. 2008 - Das Denkmal ist zerstört, der Bunker entkernt und die Wand wurde, wie befürchtet, über 2 Etagen hoch “aufgeschlitzt” , wie der Architekt es so schön ausdrückte

 

Bochum, den 07.11.2008

Bürgerinitiative „Rundbunker“

Anmerkungen zum Auftritt des Herrn Spangenberg in den Stadtgesprächen

„Wir tun das, was gesetzlich notwendig ist“, so Gerhard Spangenberg.

Welches Gesetz aber zwingt ihn, das zu tun, was er tut, wenn er auf der Verkehrsinsel Universitätsstraße unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Rundbunkers seine Architektenträume auszuleben versucht? Laut Spangenberg (Radio Bochum, 29.10.2008, 16.09 h) ist der Bunker als „Fundament nicht zu nutzen“. Dem ist nichts hinzuzufügen, denn die Bodenplatte des Bunkers liegt ca. 1,50 m oberhalb des Durchgangs (Kreis) der Bogestra.


Dass hier wichtige Bürgerrechte verletzt werden, interessiert ihn nicht. Hat ihn auch nicht zu interessieren, denn seine Aufgabe besteht ausschließlich darin, seinen gläsernen Turm möglichst wirkungsvoll an den Mann zu bringen und so seinen Auftraggebern zu ihren Spekulationsgewinnen zu verhelfen. Bei der Stadt Bochum ist ihm das durchschlagend gelungen und so leistet sie ihm mit Steuergeldern  alle erdenklichen Hilfsdienste.

Der erschreckende Mangel an Sozial- und Verantwortungsethik wird aber nicht nur durch Spangenbergs Äußerungen deutlich. Dieser Mangel herrscht in besonderer Weise bei den Verantwortlichen in Rat und Stadt, die einmal von den Bürgern der Stadt gewählt wurden und deren Rechte sie jetzt rücksichtslos beschneiden.

Da wird es zur Pflicht, sich als Bürger Bochums im Bewusstsein der Verantwortung für die gesamte Stadt gegen ein solches Treiben zu stellen. 

Wie präsent sind die Erfahrungen der Bürger mit dem „genialen Wurf“ des Cross- Border Geschäftes und dem daraus resultierenden Finanzdebakel oder der Aktion „Bochum macht jung“ (dumm?), um nur zwei zu nennen.

Eines ist dem Bürger in jedem Falle sicher: Er zahlt am Ende die Zeche!

Um mit dem geplanten und aberwitzigen Turmbau zu Bochum ein weiteres Desaster zu verhindern und Bürgerrechte zu verteidigen, hat sich die Bürgerinitiative „Rundbunker“ zur Klage gegen die verantwortliche Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum entschlossen.

Am 31.07.2008 reichte sie Klage beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Zusätzlich stellte sie einen Eilantrag auf einen Baustopp.
Für den 09.09.2008 setzte das VG Gelsenkirchen einen Ortsbesichtigungstermin an.
Am 06.09.2008 sagte das VG Gelsenkirchen den Termin wegen Erkrankung des Richters ab.
Am 26.09.2008 teilte das Gericht auf Anfrage mit, es sei ein weiterer Richter mit der Bearbeitung beauftragt worden. Dieser befände sich jedoch im Urlaub.
Am 20.10.2008 erfolgte die Information über Ablehnung des Eilantrages.
Eine Ortsbesichtigung fand nicht mehr statt.

Die Bürgerinitiative hat von der gesetzlichen Möglichkeit der Beschwerde gegen die Ablehnung des Eilantrags Gebrauch gemacht und fristgerecht beim Oberverwaltungsgericht in Münster Beschwerde eingelegt.

Um ein mögliches Missverständnis zu vermeiden: Es handelt sich hier ausschließlich um die Beschwerde gegen die Ablehnung des Eilantrags, nicht aber um die Klage selbst.

Für die Stadt Bochum bedeutet das nach wie vor, dass es keine Rechtssicherheit für das Bauprojekt gibt. Nach Mitteilung der Bauaufsicht der Bezirksregierung in Arnsberg sind „derzeit mehrere Verwaltungsstreitverfahren in gleicher Sache anhängig, deren Ausgang abzuwarten ist“. Ebenso ist, laut Arnsberg, der Denkmalschutz entgegen den Beteuerungen der Stadt und Spangenbergs bereits am 20.02.2008 aufgehoben worden.

Die Bürgerinitiative „Rundbunker“ ist nötigenfalls entschlossen, bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu klagen.

Ist der Ausgang des Rechtsstreits noch ungewiss, so ist eines jedoch auch hier wieder absolut sicher: Am Ende zahlt der Bürger die Zeche, so oder so.

Wie sagte doch die für dieses abzusehende Desaster letztendlich verantwortliche Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz am 03.04.2008 zu den Nokia-Arbeitern?

Zitat: „Was soll aus unsrer Gesellschaft werden, wenn wir so miteinander umgehen.“

Friedrich Bischoff
Sprecher der Bürgerinitiative „Rundbunker“


Übrigens: Das angeblich überwältigende Mieterinteresse hat bisher zu 600 m² von den angepriesenen 5000 m² Vermietungen geführt.
 

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